Kritiker der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern



Kammerversammlungen öffentlich ankündigen!
Professor Dr. M. Freund, 23.5.2010

Nach §10 der Satzung der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern muss zweimal jährlich eine Kammerversammlung abgehalten werden. Die Versammlung wird durch den Präsidenten einberufen. Hierbei soll eine Einberufungsfrist von mindestens 14 Tagen eingehalten werden. Die Frist für die Einberufung ist angesichts der niedrigen Frequenzen für die Tagungen verhältnismäßig kurz. Die Formulierung "soll" ist schwammig.

Nach §5 der Geschäftsordnung der Kammerversammlung der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern haben alle Mitglieder der Ärztekammer Zutritt zur Kammerversammlung. Die Kammerversammlung ist also für Ärzte de facto öffentlich.

Erstaunlich ist in meinen Augen, dass das Interesse der Ärztekammer, ihre Mitglieder zu den Kammerversammlungen einzuladen, nicht groß zu sein scheint. Ich habe zumindest keine entsprechenden Einladungen auf der Homepage der Ärztekammer gefunden.

Ich halte es für sinnvoll, wenn die Kammerversammlungen angesichts der Tatsache, dass sie nur zweimal im Jahr stattfinden, langfristig, zum Beispiel in drei Monate vorher angekündigt werden. Die Ankündigung sollte an prominenter Stelle auf der Homepage der Ärztekammer erscheinen. Auf diese Art und Weise könnte mehr Interesse für die Arbeit der Ärztekammer hervorgerufen werden und es könnte einem breiteren Publikum ermöglicht werden, die Kammerversammlungen live zu erleben.

Ich werde einen entsprechenden Grundsatzantrag stellen.



Geplante Änderungen der Weiterbildungsordnung sofort nach der Kammerversammlung öffentlich machen!
Professor Dr. M. Freund, 23.5.2010

Die Weiterbildungsordnung vom 20.6.2005 ist zwischen den 16.1.2006 und 19.1.2009 insgesamt siebenmal geändert worden. Die geänderten Versionen erscheinen auf der Homepage der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern gewöhnlich erst mit großem Abstand. Meist ist dies erst nach der Genehmigung durch das Sozialministerium der Fall. Wie wir erfahren haben, sollen grundsätzlich eine Reihe Institutionen nach Vorlage der geänderten Weiterbildungsordnung beim Sozialministerium auf dem Dienstwege benachrichtigt werden um so Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten. Dies gilt zum Beispiel für die Universitäten. Leider ist der Dienstweg nicht immer unfehlbar.

Ich schlage daher vor, dass der Text geplanter Änderungen der Weiterbildungsordnung  unmittelbar nach der Kammerversammlung im Internet veröffentlicht wird. Dies würde ermöglichen, dass sich die Mitglieder der Ärztekammer auf die geplanten Änderungen einrichten und dass Institutionen und Personen Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten.

Das Verfahren wurde also für alle Seiten die Transparenz erhöhen und hätte nur Vorteile. Von daher spricht überhaupt nichts gegen die Einführung eines solchen Vorgehens.

Ich werde einen entsprechenden Grundsatzantrag stellen.



Transparenz und Offenheit - Akteneinsicht für Antragsteller grundsätzlich vorsehen!
Professor Dr. M. Freund, 30.12.2010

Die Ärztekammer führt zu den Anträgen ihrer Mitglieder auf Zulassung zu Prüfungen (Facharzt-, Zusatzweiterbildungen etc.) und auf Erteilung von Weiterbildungsermächtigungen minutiöse Akten. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, den Betroffenen regelhaft und ohne Brimbamborium Einsicht in diese Akten  zu geben. Ein Beispiel einer solchen Akte finden sie hier. Offene Akten und transparente Prozesse - das ist es, was ich mir unter einer modernen und kundenorientierten Ärztekammer vorstelle.

Ich denke, alle können damit nur gewinnen. Denn: Die Geheimniskrämerei und das Verschanzen hinter der Vertraulichkeit  hat nur Misstrauen zur Folge. Solche Dinge passen nicht in unsere Zeit!



Bessere Rückkopplung und Verpflichtung zu überschaubaren Zeiten für Antworten!
Professor Dr. M. Freund, 30.12.2010

Wer kennt nicht das Phänomen. Man schreibt einen Brief an die Ärztekammer, reicht einen Antrag ein, schreibt an den Vorstand - das Schwarze Loch antwortet nicht.

Ich schlage vor und beantrage eine entsprechende grundsätzliche Festlegung,
  • daß die Ärztekammer maximal innerhalb einer Woche auf Anträge, Widersprüche, Schreiben etc. spontan eine Eingangsbestätigung übersendet.

  • der Vorstand/Präsident maximal innerhalb eines Monats auf Schreiben an den Vorstand/Präsidenten antworten muß.

  • Wenn die Antwort keine definitive Entscheidung beinhaltet, soll die Frist für die nächste Antwort/Zwischenstandsmitteilung erneut 1 Monat sein.
Ich denke, das ist nicht zu viel verlangt, finanzieren wir mit unseren Beiträgen doch einen professionellen Apparat und die Freistellung des Präsidenten über 50% seiner Arbeitszeit.

Bei fehlender Antwort innerhalb der fraglichen Frist wäre eine Notifizierungsregelung sinnvoll - das Anliegen gilt bei fehlender Antwort als nicht widersprochen und damit angenommen.



Wann ist eine Weiterbildung abgeschlossen?
Professor Dr. M. Freund, 30.12.2010

In meinen Augen ist das ganz klar: dann, wenn die Papiere über die Weiterbildung/Zusatzweiterbildung eingereicht werden. Im weiteren Verlauf wird dann die Vollständigkeit der Unterlagen bestätigt und die Zulassung zur Prüfung gewährt. Mit der bestandenen Prüfung wird dokumentiert, daß die Weiterbildung erfolgreich war.

Aber abgeschlossen war die Weiterbildung bereits zum Zeitpunkt der Einreichung der Unterlagen.

Es wäre wichtig, daß diese Definition, die sich meiner Meinung nach aus der Weiterbildungsordnung ergibt, von der Ärztekammer auch eindeutig anerkannt wird. Ich werde einen entsprechenden Grundsatzantrag stellen.

Die Angelegenheit hat eine erhebliche grundsätzliche Bedeutung. Würde man dieser Definition nicht folgen, würden sich nachfolgende Weiterbildungsabschnitte um den Zeitraum zwischen Einreichung der Unterlagen und bestandener Prüfung verzögern. In manchen Fällen kann das schon mal ein oder zwei Jahre sein, weil Entscheidungen ausstehen oder Prüfungstermine nicht realisierbar sind.

Es ist den Antragstellern nicht zuzumuten, daß diese Schwierigkeiten zu ihren Lasten gehen.












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